Schulhund Ben

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Dieses Buch von Angelika Müller-Zastrau ist für 14,90 € zu erwerben.
Kontakt über Angelika.Mueller-Zastrau@t-online.de.
Bei der Abnahme eines Klassensatzes kostet ein Buch 9,40 €.

Einen Film über Ben gibt es unter http://www.regio-tv.de/video/354908.html

Ben und ich - ein Team der Maria Montessori Grundschule Hausen in Stuttgart:

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Ben ist nun schon einige Jahre an unserer Schule als Schulhund tätig. Und nun beginne ich erst, ihn hier auf der Schulhundewebseite vorzustellen. Das hat viele Gründe. Unser gemeinsamer Weg war mehr als steinig. Und dass er mal so ein toller Begleiter im Schulalltag werden würde, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Die tiergestützte Pädagogik an unserer Schule hat eine lange Tradition. Seit vielen Jahren gibt es bereits einen Schulhund an unserer Schule. Das ist unser heißgeliebter Chaplin, ein Bassetrüde, der mit seinem Frauchen, Nicole Stuhlmüller, den Schulalltag bereichert. Nicole Stuhlmüller ist eine Expertin in Sachen 'Tiergestützter Pädagogik' und hat hierin auch eine mehrjährige Ausbildung absolviert. Sie kümmert sich rührend um alle Tiere der Schule und das sind Fische, Meerschweinchen, Kaninchen, Schlangen und temporär auch Hühner. Aber dazu später mehr.



Wie alles begann:

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Nun zu Ben und mir: Ben, ein schokoladenbrauner Labradorrüde kam vor ca. 4 Jahren in unsere Familie. Da war er sieben Monate alt. Ich hatte mich bereit erklärt ihn aufzunehmen, da seine Ursprungsfamilie ihn nicht mehr versorgen konnte. Außerdem nahm ich auch seine 'Amme' auf, einen 13 Jahre alten Windhund (Whipped) namens Winston Churchill. Und so sah dann unsere Familienaufstellung aus: Eine von drei Töchtern noch im Haus, eine Bobtailhündin, ein Labradorwelpe, ein greiser Windhund, zwei Rostkappenpapageien, viele Fische im Aquarium und Bienen im Garten. Deshalb heißt unser Haus auch: 'Villa Kunterbunt!' Ach ja, und ich bin nicht etwa Tierpflegerin, sondern seit Gründung der Maria Montessori Grundschule in Hausen, die Schulleiterin derselben.



Die erste Zeit mit Ben:

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Ben kam über uns wie ein Orkan. Und - ich habe ihn gehasst! Anders kann ich es einfach nicht ausdrücken, obwohl mein Herz besonders für Kinder und Tiere schlägt. Aber vor Ben war einfach nichts sicher. Ich weiß noch genau, wie er meiner Mutter das Kuchenstück von der Gabel so blitzschnell und geschickt wegschnappte hatte, dass diese es nicht einmal bemerkt hat. Sie wunderte sich nur, wo ihr Kuchenstück plötzlich abgeblieben war. Oder wie er an Weihnachten den Rehrücken aus dem Ofen geklaut hat! Oder wie er das ganze Haus ala Christo in eine Klopapierwolke eingehüllt hat! Wie er ständig den Küchenmüll ausgeräumt und nach Essbarem untersucht hat! Wie er ständig Schlupflöcher in die Nachbargärten gefunden und dort die Meisenknödel gestiebizt oder die Kaninchen erschreckt hat! Wie er frontal in ein Auto gerannt ist! Wie er mich bei Sapziergängen hinter sich hergezogen hat! Wie furchterregend er andere Rüden zähnefletschend angegangen ist und dergleichen mehr.



Hilfe in letzter Minute:

Ich wusste, so konnte es nicht weitergehen und hatte fest vor, Ben wieder abzugeben. Doch da spielten meine drei Töchter nicht mit. Sie zauberten vielmehr eine Tierlehrerin aus dem Hut, Christa Halder. Diese besuchte uns eines nachmittags, just als Ben wieder mal mit dem Klopapier gespielt hatte. Sie wunderte sich über das Chaos in unserem Haus. Dann ging sie auf Ben zu, hob die rechte Hand, und Ben saß. Dann zeigte sie mit der flachen Hand nach unten, und Ben lag. Dann winkte sie Ben zu sich und Ben kam - und meine Töchter und ich verstanden die Welt einfach nicht mehr. Christa Halder meinte dann nur, dass wir einen besonders intelligenten Hund erwischt hätten der feste Regeln, Ordnungen und Rituale brauche. Da hatten wir es, irgendwie kam uns das ja bekannt vor......

Üben, üben und nochmals üben:

Nun begann die Übungsphase, die eigentlich bis heute anhält. Zuerst musste Ben lernen, auf einer bestimmten Decke zuverlässig abzuliegen, bis er ein anderes Zeichen erhält, also wieder aufgelöst wird. Ben lernte das ziemlich schnell und das führte zu einer ersten Entspannung in unserem Hause. Dann erklärte uns Christa Halder, dass zu Ben erst einmal eine Bindung aufgebaut werden musste. Und das würden wir nicht mit dem Bällchen-Werf-Und-Bring-Spiel erreichen, das die Aufmerksamkeit des Hundes lediglich auf das Bällchen zieht, sondern über Suchspiele, die die Aufmerksamkeit des Hundes auf den Hundebesitzer lenkt. Wir lernten viel mit Christa Halder, die ihre Ausbildung zur Tierlehrerin im Institut für wissenschaftliche und praktische Arbeit mit Hunden und Katzen bei Gudrun Feltmann-v.Schroeder absolviert hat. Gudrun Feltmann-von Schroeder beobachtete Wölfe, Dingos und Haushunde und leitete von den Umgangsformen dieser Tiere untereinander ab, wie sich auch der Mensch mit dem Hund verständigen kann. "Die Kunst, mit dem Hund zu reden", ist auch der Titel eines ihrer Bücher.

Wie kam Ben in die Schule?

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Ja, auch das ist Christa Halder zu verdanken. Sie macht nämlich Hausaufgabenbetreuung in einer Nachbarschule. Eines Tages benötigte ich dringend einen Hundesitter und Christa Halder bot sich an, mir zu helfen. Allerdings musste sie Ben mit in die Hausaufgabenbetreuung nehmen. Und Ben benahm sich da gegenüber den Kindern einfach vorbildlich. Daraus wuchs dann die Idee, Ben an der Maria Montessori Grundschule Hausen als zweiten Schulhund einzuführen. Die wichtigste Hürde war zunächst die Frage, ob sich Chaplin mit Ben verstehen würde. Gott sei Dank waren sie von Anfang an ein Herz und eine Seele. Ich nahm Ben zunächst nur in eine Klasse mit und bat die Kinder, mit mir zusammen Ben den Weg in die Schule zu erschließen. Die Eltern der Schülerinnen und Schüler wurden gründlich informiert und um ihr Einverständnis gebeten. Und dann begleitete mich Ben ein Jahr lang in die Klasse 4b. Das war nicht immer einfach, denn Ben hatte zunächst große Probleme im Unterricht auf der Decke liegen zu bleiben und mir nicht hinterherzulaufen. Manchmal bellte er plötzlich auch laut und die Kinder erschreckten sich. Aber dieses Jahr war eine wichtiges Lehrjahr für Ben und nun begleitet er mich in alle Klassen der Schule und ist unser wichtigster Mitarbeiter in der Hunde-AG. Ich freue mich, dass seine Lehrerin, Christa Halder, bis heute jede Woche mit mir die Hunde-AG leitet und Ben damit immer im Blick behält und weiter ausbildet. Ben und ich sind inzwischen ein gutes Team und er ist mir sehr ans Herz gewachsen. So stehen wir heute zueinander:



Ben, die Geschichte eines Schulhunds:

Da mich Bens Lebensgeschichte zu faszinierte und auch überraschte, habe ich sie in einem Kinderbuch für Dritt- bzw. Viertklässer aufgeschrieben, geeignet als Klassenlektüre oder ähnliches. Die Idee dahinter ist, dass Kinder von der tragisch-komischen Lebensgeschichte des Schulhunds zum Lesen angeregt werden. Und für meine Schülerinnen und Schüler der Hunde-AG heißt das auch, vor einem Piblikum laut und sicher vorlesen zu können. Hinter Bens Lebensgeschichte steckt die Erkenntnis: "Auch aus dem größten Schurken kann irgendwann noch etwas Ordentliches werden." Das Buch wird voraussichtlich im Februar 2014 erscheinen. Geplant ist dazu auch noch ein Lesebegleitheft und eine Webseite mit Hintergrundinformationen (www.schulhund-ben.de)und weiterführenden Lese- Rechtschreib- und Grammatikübungen. Wer die Realisierung unseres Projektes unterstützen möchte, der kann dies mit einem 'liken' unseres Werbeauftittes bei startnext (www.startnext.de/schulhund-ben) oder dem Erwerb eines Dankeschöns auf dieser Seite tun. Über Rückfragen und Anregungen freue ich mich (frauchen@schulhund-ben.de). Hier ein paar der ersten Illustrationen aus dem Ben-Buch, gezeichnet von der Graphikerin, Irene Hercka:
Käfig.jpg Fische.jpg
Pfütze.jpg



Übrigens gibt es jetzt auch schon ein Ben-Lied, komponiert von Uli Führe:
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