Vanek-Gullner

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Andrea Vanek-Gullner – Tiergestützte Heilpädagogik – TGHP

Frau Vanek-Gullner entwickelte das pädagogische Konzept von 2000 bis 2002 als Klassenlehrerin und evaluierte es in einer Dissertation. In einer ersten Schulstufe mit 16 Schülern unterstützte ein Hund die Integration verhaltensauffälliger Schüler in die Klassengemeinschaft. Das Konzept stützt sich auf zwei Säulen: die Klassen- und die Einzelarbeit. An einem Wochentag ist der Hund regelmäßig während des Unterrichts anwesend und wird auch durch gelenkte Aktivitäten eingebunden. Zusätzlich findet fünf- bis sechsmal eine halbe Unterrichtseinheit nach Unterrichtsschluss in Einzelarbeit mit Lehrer, Schüler und Hund statt. Das Konzept umfasst acht Arbeitsebenen auf denen heilpädagogische Übungen stattfinden. Das Ziel der Arbeit mit dem Hund ist die Klassengemeinschaft. Durch die Einzelarbeit soll die Lebensqualität des bedürftigen Schülers verbessert werden. Es wird das Ernstnehmen und Artikulieren der eigenen Bedürfnisse gefördert, Selbstbewusstsein wird über persönliche Stärken aufgebaut, der Mut zur Bewältigung neuer Aufgaben gestärkt und so die Anpassung an die Lebensumstände verbessert. Nach Verwirklichung des Konzepts über zwei Schuljahre zeichneten sich deutliche Erfolge ab. Nach Einzelarbeit mit dreizehn Kindern registrierten Eltern und Klassenkollegin eine Stärkung des kindlichen Selbstbewusstseins. Jeder Schüler freute sich auf die Einzelarbeit und einnässende und einkotende Schüler waren sauber. Ängstliche Kinder zeigten im Klassenverband sichereres Auftreten und vermehrtes Kommunikationsverhalten. Außenseiter gewannen als Hundeexperten das Ansehen der Gemeinschaft. Sozial verwahrloste Kinder präsentierten sich nach der Einzelarbeit auffallend stolz und fröhlich. Aggressive Schüler zeigten sich dem Hund gegenüber auffallend liebevoll und zärtlich und artikulierten in der Einzelarbeit ihre eigenen Ängste.