Beschwichtigungssignale

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Beschwichtigungssignale dienen als Vorbeugungsmaßnahme der Hunde, um Konflikte nicht erst entstehen zu lassen. Sie sollen Bedrohungen und Probleme vermeiden, Stress und Unruhe, Nervosität, laute Geräusche und andere unangenehme Dinge beschwichtigen. Sie können auch der eigenen Beruhigung dienen. In der gleichen Situation können Hunde ganz unterschiedliche Beschwichtigungssignale zeigen.

Etliche Hunde haben einen Teil dieses so wichtigen Kommunikationssystems verloren, weil sie von Menschen, die diese Signale falsch interpretierten oder nicht erkannten, bestraft wurden.


Verschiedene Beschwichtigungssignale (nach Turid Rugaas)

leichtes Unwohlsein:

  • Kopf abwenden
  • Nase lecken
  • Pfote heben
  • langsame Bewegungen
  • wedeln mit dem Schwanz
  • gähnen
  • blinzeln, Augen wandern
  • lächeln
  • schmatzen
  • im Bogen gehen
  • am Boden schnüffeln
  • markieren
  • Vorderkörpertiefstellung
  • dazwischengehen / splitten


starkes Unwohlsein

  • Körper abwenden
  • errstarren/einfrieren
  • hinsetzen
  • hinlegen


-->Turid Rugass: Calming Signals - Die Beschwichtigungssignale der Hunde

Zu den von Turid Rugaas deklarierten Beschwichtigungssignalen ist anzumerken, dass die ethologische Grundregel, nämlich interagierende Hunde genau und ausnahmslos im Gesamtbild zu beobachten, nicht genügend beachtet wird. Dadurch können gefährliche Situationen zwischen Mensch und Hund entstehen.

Als eindeutig beschwichtigende Kommunikationssignale gelten (Zimen, Feddersen-Petersen, Bloch u.a.):

  • Blickkontaktvermeidung
  • Sich-klein-machen
  • Pföteln
  • Maullecken und andere Leckintentionen


Mira Meyer hat im Rahmen einer Diplomarbeit, sieben von Turid Rugaas als Beschwichtigungssignale deklarierte Signale stichprobenartig an einer verwildetet Haushundegruppe in der Toscana verglichen. Dabei beobachtete sie in 22 Monaten folgendes:

  • Gähnen wurde zu 90% in völlig stressfreien Lebenssituationen gezeigt
  • Vorderkörpertiefstellung wurde in 86% als reine Steckbewegung gezeigt
  • Hanrabsetzten wurde nur in 7% der Fälle in konfliktträchtigen Situationen gezeigt
  • Schnüffeln wurde in 97% der Fälle gezeigt, wenn der Hund alleine war
  • Maulwinkellecken wurde primär in konfliktträchtigen Situationen gezeigt
  • Pföteln wurde in 86% der Fälle mit einem Interaktionspartner gezeigt
  • Sich-klein-machen wurde in 88% der Fälle in Anwesenheit eines Interaktionspartners gezeigt